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LANDSCHAFT II
2014

Ein Umgebungswechsel - von Madrid in ein kleines Dorf in der Provinz Guadalajara - hinterließ deutliche Spuren im Schaffensprozess und veränderte das Paradigma der Werke tiefgreifend.

Seitdem verliert die Landschaft ihre Funktion als Matrix und wird zum einzigen und ausschließlichen Protagonisten, was eine Hinwendung zum dokumentarischen Realismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen provoziert.

Eine konzeptionelle Struktur aus Ton und Bild sowie die Dehnung der Zeit durch einen extrem verlangsamten Rhythmus ermöglichen es, in die Umgebung einzutauchen und Dokumentarfilme zu schaffen, die über die reine Narration hinausgehen.

 


Auszug aus dem Video Wochenbuch meines Gemüsegartens


Wochenbuch meines Gemüsegartens

2014 / 29 Min. / 16:9
UA: Voces en off, Cruce arte y pensamiento, Madrid, 2015


Über einen Zeitraum von sechs Monaten, von Anfang Mai bis Ende Oktober, wird in wöchentlichen Standbildern der Wachstumsprozess des Gemüsegartens verfolgt.

Unterbrochen von Filmsequenzen werden die üblichen Arbeiten der Bodenvorbereitung, des Pflanzens, Wässerns und Erntens dargestellt, aber auch die Ereignisse des Jahres: Spätfrost Anfang Juni, Wildschäden, die Dürre Ende September und ein verheerender Brand, der ein Drittel des Gartens vernichtete.

Das langsame Vergehen der Zeit, das gelegentliche knackige Live-Geräusch der Ernte, die vorsichtige Bewegung des Kameraobjektivs, das in die Pflanzen eintaucht, die Hände, die die Früchte ernten, lassen sinnliche Wahrnehmungen von Berührung und Freude erleben.

So entsteht ein audiovisuelles Stillleben, das die zweidimensionale Projektion in den Raum hinein erweitert.




Die Schlucht La Hoz
2012-14 / 16 Min. / 16:9 / Sprache: Spanisch
UA: Voices off, Cruce arte y pensamiento, Madrid, 2015

Dem Verlauf des Bachs La Concha folgend, sich in einem kleinen Brunnen erfrischend, an einen Felsen gelehnt, begleitet von einer Flötenkomposition, die Vogelgezwitscher imitiert, oder einer elektroakustischen Komposition des Brunnenklangs, nähern wir uns Schritt für Schritt dem Gebiet, in dem kurz zuvor ein Feuer gewütet hatte, das etwa 65 Hektar verbrannte.

Die Spuren, die das Feuer hinterlassen hat, wie verbrannte Pflanzen und Bäume, jahrhunderte alte zerstörte Olivenbäume, das Weiß der Asche oder das schwarze Panorama eines verbrannten Feldes - all das erweckt trotz der Zerstörung einen gewissen Sinn für Schönheit. Das war im Jahr 2012.

Im Jahr 2013 wird derselbe Weg entlang des Baches erneut abschritten, nun aber unter völlig veränderten Umständen: Ein weiteres Feuer - viel verheerender als das vorherige - wütete auf einer Fläche von mehr als tausend Hektar und verbrannte alles in der Umgebung des Dorfes.

Benommen und noch immer unter Schock, erfasst die Kameralinse keine Details mehr und kann nicht mehr heranzoomen. Der Blick fliegt einfach vorüber, ohne die Verwüstung zu berühren. Die gesamte Landschaft wird schwarz-weiß, obwohl sie in Farbe aufgenommen wurde, und es tut sich ein Abgrund auf, dessen Heilung Jahrzehnte dauern wird.